Solidarität mit der Friedel 54!

Friedel 54

Wir erklären unsere Solidarität mit der Friedel 54!

Die Firma „Citec Immo Invest GmbH“ aus Wien möchte in der Friedelstr. 54 in Nord-Neukölln gegen den Willen der Bewohner_innen Sanierungsarbeiten durchführen.
Dabei ist mit Mietsteigerungen von mindestens 50 bis 70 Prozent zu rechnen. Dass es sich dabei de facto um Verdrängungen handelt, liegt auf der Hand. Die Miete werden dann nur noch die Wenigsten zahlen können. Eine vernünftig ablaufende Kommunikation mit dem Immobilienunternehmen ist dabei nicht möglich. Stattdessen häufen sich die Schikanen.

Die Friedel 54 benötigt bei ihrem Kampf gegen die Verdrängung allerlei Solidarität.

Alle Informationen zum aktuellen Stand findet Ihr auf der Seite der Hausgemeinschaft.

Wir bleiben alle!

Die EZB-Eröffnung in Frankfurt für Bullen und Staat zum Desaster machen!

Bullenwagen Flammen EZB Frankfurt

Es sieht gut aus in Frankfurt!

Passt auf euch auf, seid solidarisch und kreativ!

Making Feminism A Threat | Aufruf zur Teilnahme am linksradikalen Block auf der Demonstration zum Frauen*kampftag 2015

making feminism a threat

Wir unterstützen den Aufruf „Making Feminism A Threat“ zum internationalen Frauen*kampftag und geben diesen hier wieder:

„Seit über 100 Jahren wird am 8. März der Internationale Frauen*kampftag begangen. Solange es Sexismus und patriarchale Verhältnisse gibt, ist er ein wichtiger Anlass, feministische Kämpfe zusammenzuführen, sichtbar und wirkmächtig zu machen. Deshalb gehen wir an diesem Tag gemeinsam mit vielen verschiedenen Feminist*innen auf die Straße, mit denen uns die Ablehnung hierarchischer Geschlechterverhältnisse verbindet. Aber wir wollen mehr: wir wollen einen widerständigen Feminismus, der sich nicht mit kleinen Verbesserungen zufrieden gibt, sondern das Denken in Geschlechtern abschafft. Er bekämpft das Patriarchat zusammen mit allen anderen Formen von bürgerlicher Herrschaft und Unterdrückung. Nur so ist es möglich, sie zu überwinden.

„Girls who are boys who like boys to be girls“ (Blur)

Täglich unterscheiden wir unsere Mitmenschen in Frauen und Männer. Dabei sprechen wir ihnen bestimmte Eigenschaften zu und andere ab – und sie machen das genauso mit uns. Das haben wir so gelernt und merken es meistens gar nicht, weil es eben so ist.
Menschen, die als Frauen angesprochen werden, müssen dabei immer wieder erleben, dass ihnen abgesprochen wird, „objektiv“ urteilen zu können, aber auch technisch versiert, zweckrational oder durchsetzungsfähig zu sein. Sie gelten als emotionaler, unvernünftig und passiver. Von Männern* gegen Frauen* ausgeübte sexuelle Gewalt ist Alltag. Diese ist im Prinzip von Männlichkeit tief verankert.

Die Spaltung der Gesellschaft in einen „öffentlichen“ und einen „privaten“ Bereich seit der gewaltvollen Durchsetzung des Kapitalismus fordert den Menschen unterschiedliche Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften ab. Der Bereich des „Öffentlichen“ ist dabei der gesellschaftlich bestimmende, weil sich in ihm sowohl die Reichtumsproduktion vollzieht, als auch bürgerliche Herrschaft staatlich organisiert und verwaltet wird. Aus diesem Bereich wurden Frauen* bis weit ins 20. Jahrhundert weitgehend ausgeschlossen, ein Auschluss der vielfach fortwirkt. Der „öffentliche“ Bereich wird mit Eigenschaften verbunden, die deshalb als „typisch männlich“ gelten: eben Selbstbeherrschung, Durchsetzungskraft und Zweckrationalität. Die im „privaten“ geforderten Tätigkeiten und Charaktereigenschaften, die die Kehrseite der „männlichen“ Eigenschaften darstellen, gelten als weniger wert – und werden bis heute mit „Weiblichkeit“ assoziiert. Umgekehrt bleiben männlich sozialisierte Menschen auf sie angewiesen: ohne die Ausbeutung „weiblicher“ Fürsorge sind sie im kapitalistischen Alltag oft nicht überlebensfähig. Die feministische Forderung, dass das Private immer auch Politisch ist, bleibt aktuell.

Wer sich nicht in die vorgegebenen Rollen einpassen will oder kann, ist anderen Formen von Unterdrückung ausgesetzt. Trans*Personen und intergeschlechtliche Menschen trifft der ganze Hass einer Gesellschaft, die das ordnende Prinzip von zwei Geschlechtern nutzt, um ein bisschen Ordnung in das systemische Chaos zu bringen. Gleich doppelt abgewertet werden Trans*Frauen, weil sie nicht ihrem angeblich „natürlichen“ Geschlecht entsprechen und noch dazu Frauen sind. Schon Kleinkindern wird ihr gesellschaftlicher Platz durch rosa Überraschungseier und Bob-der-Baumeister-Shirts zugewiesen. Das schafft vermeintliche Sicherheit und die Konsumbedürfnisse von morgen.

Homosexualität wird heute von Teilen der Bevölkerung oberflächlich akzeptiert. Sichtbar gelebt, löst sie aber auch bei vielen Vorzeige-Liberalen noch Ekel und Scham aus, die sie nicht zuletzt vor sich selbst verstecken müssen, weil sonst der Verlust des aufklärerischen Selbstbildes droht. Während sich das heterosexuelle Begehren nicht erklären muss, unterliegt Homosexualität noch immer einem Zwang zum Outing. Sie bleibt so Abweichung von einer gesetzten Norm, die nicht gefährdet werden darf. Das Vorhaben, die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ in all ihrer frömmlerischen Widersprüchlichkeit in den Lehrplänen festzuschreiben, wurde im vergangenen Jahr mit reaktionärem Protest in Baden-Württemberg und Hamburg beantwortet. Die offene Feindschaft zeigt ein Potential an Gewalt, welches abhängig von gesellschaftlichen Kräfteverhältnissen immer wieder offen zutage tritt. Politisch organisiert, kann es zu realen Verschlechterungen für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle (LSBTTI*) führen.

„But the human essence is no abstraction inherent in each single individual. In its reality it is the ensemble of the social relations.“ (Taylor Swift)

Dass es keine natürliche Ordnung der Geschlechter gibt, mit der individuelle Eigenschaften, Frisuren oder Vorlieben ganz selbstverständlich einhergehen, ist nicht leicht einzusehen. Sie wird uns schließlich überall verklickert, ob in der Schule, in der Werbung oder in der Politgruppe. Die Geschlechterordnung prägt unsere alltäglichen Handlungsmöglichkeiten und Erfahrungen. Verdeckt wird damit zugleich, dass Geschlecht durch unser praktisches Handeln täglich neu hergestellt wird. Der Katalog an Geschlechtseigenschaften erscheint uns heute ganz selbstverständlich, obwohl er historisch erst mit der europäischen Aufklärung und der Durchsetzung der bürgerlichen Gesellschaft entstanden ist. Er liest sich wie eine Stellenausschreibung, in der die Aufgaben getrennt nach den klassischen Geschlechterrollen zugeordnet wurden. Das funktioniert immer noch erstaunlich gut, obwohl die in den Geschlechterbildern ausgedrückten Anforderungen teilweise gar nicht mehr den heutigen Anforderungen an Männer* und Frauen* entsprechen. Und erfüllt einen Zweck: Als Herrschaftsverhältnis sorgt auch die Geschlechterordnung für die Aufrechterhaltung und das Funktionieren der kapitalistischen Produktionsweise.

Unter den Vorzeichen sich ändernder Anforderungen des Kapitals betreibt der Staat munter seine Geschlechter- und Familienpolitik. Gegenwärtig bedeutet das einerseits, dass weiblich sozialisierte Menschen als gleichberechtigte Lohnarbeiter*innen und Kapitalist*innen gebraucht werden. Denn prinzipiell sollen sich alle Menschen in allen Berufsfeldern als nützlich und produktiv erweisen. Andererseits muss der Staat weiterhin die äußeren Bedingungen der Reproduktion der Arbeitskraft und der Vermehrung der Bevölkerung sicherstellen. Die Heterokleinfamilie bleibt zumeist der Ort, an dem das geschieht. Ausgehend von diesem Widerspruch verlaufen die ideologischen Konfliktlinien innerhalb der Politik, die mal zu Gleichstellungsprogrammen und Frauen-Quoten, mal zum Betreuungsgeld und Ehegattensplitting führen. Männlich sozialisierte Menschen fühlen sich oft nicht verantwortlich für die Kinderbetreuung, die Pflege von Angehörigen, emotionale Fürsorge usw., sodass sich Frauen* in der Verteilung gesellschaftlicher Tätigkeiten überlasten (müssen). Den Lenz, den Männer* sich machen, wenn sie „nach getaner Arbeit“ nach Hause kommen, macht sie zu Profiteuren der geschlechtlichen Arbeitsteilung.

Im globalen Süden führt der kapitalistische Weltmarkt und seine neokolonialen Verhältnisse zu besonders krassen Formen von Ausbeutung und Unterdrückung von Frauen*. Die Aufgaben der Reproduktion und Produktion werden weltweit unter Frauen* neu verteilt. So kann sich sogar die deutsche Mittelschichtsfamilie eine meist weibliche und häufig illegalisierte Putz- oder Pflegekraft leisten, die für sie die Kinderbetreuung und Haushaltsarbeiten übernimmt. Mit dem nötigen Kleingeld lassen sich Reproduktionsarbeiten ganz praktisch outsourcen.

„You wake up, flawless.“ (Beyoncé)

Manche Frauen* entscheiden sich für Lohnarbeiten, die der bürgerlichen Doppelmoral ein Dorn im Auge sind. Sexarbeiter*innen beispielsweise nutzen, oft unter beschissenen Bedingungen, den sexualisierenden Blick von Männern auf ihre Körper, um im konkurrenzförmigen, sexistischen und rassistischen Verwertungssystem überleben zu können. Kämpfe für bessere Arbeitsbedingungen zu unterstützen, gehört zu einer linken Perspektive und der Vorwurf, Sexarbeiter*innen wären „nicht selbstbestimmt“ ist unsolidarisch. Unter dem Zwang, die eigene Arbeitskraft verkaufen zu müssen, sind alle letztlich nur fremdbestimmt „selbstbestimmt“. Weg muss der verflixte Zwang.

Die Geschlechtlichkeit des eigenen Denkens und Handelns kritisch zu reflektieren, ist Grundlage jeder feministischen Praxis. Queere Praxen sind Teil feministischer Selbstermächtigung. Sie können ein Mittel sein, um Selbstreflexion bei anderen anzustoßen und dadurch objektiv in das gesellschaftliche Kampffeld eingreifen. Alternative Lebensentwürfe und Familienformen passen allerdings oftmals gut zu der am heutigen Arbeitsmarkt allseits geforderten Flexibilität und Kreativität. Manche mutige Losungen, die in feministischen Kämpfen gegen Autoritäten und Abwertung ausgegeben wurde, schlagen uns mittlerweile verzerrt als Anforderung an die eigene Warenförmigkeit entgegen. Echte Selbstermächtigung oder gar Selbstbestimmtheit gibt es, so paradox es klingt, nur in der solidarischen Organisierung mit anderen – jenseits von Staat, Lohnarbeit und Patriarchat. Deshalb treten wir ein für eine linksradikale Bewegung, die die feministische Dimension sozialer Kämpfe stets mitdenkt und in konkrete Praxis übersetzt; andersherum streiten wir für einen Feminismus, der gesellschaftskritisch und revolutionär agiert – Erfahrungen und Experimente aufnehmend, selbstkritisch und wachsam.

„Warum hat denn niemand dieses Patriarchat zerbombt?“ (Sookee)

Feministische Forderungen nach Selbstbestimmung wurden und werden sich nicht nur vom Staat, sondern auch von reaktionären Bewegungen und Parteien angeeignet: von der Abwertung der „Anderen“ bis hin zum Legitimationsgedröhne, das Kriege begleitet. Feminismus und die „Frauenbefreiung“ dienen reaktionären Bewegungen als Banner, um rassistische Vorurteile zu verbreiten. Ganz in Tradition des europäischen Kolonialismus soll auf eine sehr paternalistische Art die „unterdrückte Frau“ „gerettet“ werden. Man wird nicht müde, den „aufgeklärten“ Westen (auch kriegerisch) gegen „den“ Islam oder „rückständige Kulturen“ in Stellung zu bringen. Tatsächlich sind es oft dieselben Leute, die gegen „Gender-Wahn“ wettern und im selben Atemzug die Emanzipation von Frauen in den kapitalistischen Zentren als selbstverständlichen Teil der „abendländischen Kultur“ ins Feld führen. Sprachrohr dieses Denkens ist die bürgerliche Mitte: von PEGIDA über die Alternative für Deutschland (AfD) und CDU/CSU bis hin zu Alice Schwarzer. Feministische Errungenschaften sind aber keinesfalls selbstverständlicher Teil der „abendländischen Kultur“, sondern mussten dieser in jahrhundertelangen Kämpfen mühsam abgerungen werden und müssen jeden Tag verteidigt werden. Feministische Kämpfe gibt es überall auf der Welt. Ihre Erfolge oder Misserfolge gründen nicht in irgendwelchen „Kulturen“, sondern in den gesellschaftlichen Kräfteverhältnissen vor Ort.

„I’ve got a brand new attitude, and I’m gonna wear it tonight, I’m gonna get in trouble, I wanna start a fight.“ (P!nk)

Der Traum vom guten Leben für alle kann nur Wirklichkeit werden, wenn wir sowohl Geschlechterideologie und Heteronorm als auch Nationalismus und Rassismus als gemeinsames Problem begreifen und gemeinsam bekämpfen. Parteien, die Abschiebung, Kriegseinsätze und Sozialabbau durchstimmen, und Gewerkschaften, deren Hauptinteresse der soziale Frieden ist, egal zu welchem Preis, sind nicht unsere Verbündeten. Wir müssen uns selbstorganisieren, aufeinander achten, unsere Praxen weiterentwickeln. Dabei brauchen wir nicht bei Null anfangen. Wir können an radikalfeministische Kämpfe anknüpfen, von ihnen lernen und uns inspirieren lassen. Soziale Kämpfe, die immer öfter transnational geführt werden, wie der Refugee Struggle, die Proteste gegen christliche AbtreibungsgegnerInnen oder die Auflehnung gegen die EU-Austeritätspolitik zeigen, welche zentrale Rolle Geschlechterhierachien in den gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnissen einnehmen. Und sie machen deutlich: Diese Verhältnisse sind verwundbar.

Der feministische Angriff auf den sexistischen Normalzustand kennt kein Ende. Nutzt alle Mittel, macht nicht halt vor euch selbst, der eigenen Bewegung und erst recht nicht vor Staat und Kapital!

Setzen wir auf eine radikale Offensive – Making Feminism A Threat.

Linksradikaler Block auf der Demonstration zum Frauen*kampftag 2015
8. März | 13 Uhr | Rosa-Luxemburg-Platz | Berlin“

Weitere Informationen gibt es unter:

Making Feminism A Threat,
Making Feminism A Threat auf Facebook
und Frauen*kampftag 2015

Stop G7 2015

G7

Da wir Teil des Berliner Stop-G7-Bündnisses sind, geben wir hier den Bündnis-Aufruf wieder:

Stop G7 – Against capitalism, racism and war

Am 7. und 8. Juni 2015 findet im Luxushotel Schloß Elmau in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen in Bayern das G7-Gipfeltreffen statt. Bundesweit rufen linke Initiativen und Gruppen zum Protest gegen den Gipfel auf. In der Öffentlichkeit inszenieren die G7 ihre Politik als im Interesse der Allgemeinheit, sie berufen sich auf gemeinsame Werte wie Demokratie und Frieden und betonen die Wichtigkeit der Bekämpfung von Armut. Tatsächlich gehören die Staaten der G7 zu den führenden kapitalistischen Staaten, deren vorrangiges Ziel die Profitmaximierung ist. Die G7 stehen für Krieg, Militarisierung, Zerstörung der Umwelt, Sozialabbau und rassistische Ausgrenzung.

Die Staaten der G7 – USA, Großbritannien, BRD, Frankreich, Italien, Kanada und Japan – sind mit 46,4 Prozent am globalen BIP immer noch vorherrschend in der Weltwirtschaft und gehören zu den Ländern mit den weltweit höchsten Militärausgaben. Die größten Rüstungskonzerne haben ihren Sitz in den G7-Staaten. Die G7 betreiben eine Politik der Kürzung von Sozialausgaben, der Abschottung gegen Geflüchtete und sind weltweit an Kriegseinsätzen beteiligt. Sie wollen ihre wirtschaftliche und politische Macht sichern, wenn möglich mittels Abkommen, wenn das nicht geht, auch militärisch. Der G7-Gipfel findet vor dem Hintergrund einer Konfrontation mit Russland statt, welches im März 2014 aus den G8 ausgeschlossen wurde. Es findet ein geopolitischer Konflikt um die Ukraine statt, bei der die G7 eine Regierung aus Oligarch*innen politisch, finanziell und militärisch unterstützt. Dass dort faschistische Kräfte im Polizei- und Militärapparat verankert sind, stellt für die G7 kein Problem dar, solange ihre Interessen gewahrt werden.

Die globale Vorherrschaft der G7 wird durch neue Machtblöcke wie die BRICS-Staaten aus Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika zunehmend in Frage gestellt. Um sich in der Konkurrenz durchzusetzen, sollen deshalb Freihandelsabkommen wie das TTIP (Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft) auf den Weg gebracht werden. Dadurch soll die Wettbewerbsfähigkeit von USA und EU gestärkt werden, auf Kosten von Lohnabhängigen und Umwelt. Folgen des Abkommens wären auch eine schnellere Zulassung von gentechnisch veränderten Sorten, sowie die Förderung und der Import von Schiefergas, das mit Hilfe von Fracking gewonnen wird. Außerdem ist vorgesehen dass Unternehmen Staaten auf Entschädigung verklagen können, wenn sie ihre erwarteten Gewinne bedroht sehen.

Die soziale Ungleichheit hat weltweit zugenommen. Die neoliberale Politik hat zu sinkenden Löhnen, geringeren Sozialausgaben und Privatisierungen öffentlichen Eigentums und Dienstleitungen geführt. Unter den Dumpingpreisen der aus den Industrieländern importierten landwirtschaftlichen Güter leiden Bäuer*innen im globalen Süden. Landgrabbing und Spekulation mit Agrarprodukten hat zu steigenden Nahrungsmittelpreisen geführt. Fast eine Milliarde Menschen hungern und haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Armut, Elend, Kriege und Umweltkatastrophen zwingen Menschen weltweit zur Flucht. Tausende Menschen sterben an der militarisierten Festung Europa. Diejenigen, die es schaffen zu kommen, werden mit menschenunwürdigen Lebensbedingungen, medialen Hetzkampagnen und offener rassistischer Gewalt konfrontiert. Wir solidarisieren uns mit dem Kampf der Geflüchteten gegen rassistische Ausgrenzung und gegen Abschiebungen.

Wir rufen dazu auf, sich im Juni an den Protesten gegen den G7-Gipfel zu beteiligen und für eine andere Gesellschaft ohne Kapitalismus, Krieg, Nationalismus und Rassismus auf die Straße zu gehen. Die G7 repräsentieren uns nicht, sie stehen für ein System der kapitalistischen Ausbeutung und der Zurichtung aller gesellschaftlichen Verhältnisse nach Profitinteressen. Wir wollen nicht, dass die Herrschenden sich ungestört in den bayerischen Alpen treffen können. Als Berliner Stop-G7-Bündnis rufen wir dazu auf den Gipfel zu stören und zu blockieren! Wir organisieren eine gemeinsame An- und Abreise mit Bussen, sowohl zur Großdemonstration am 6. Juni in Garmisch-Partenkirchen als auch zu den Camps und Blockaden.

Protestchoreographie:
Camps ab dem 3. Juni 2015
Aktionstag am Freitag dem 5. Juni 2015
Großdemonstration in Garmisch-Partenkirchen am 6. Juni
Blockaden des Gipfels am 7. Juni

Weitere Information zu den G7-Protesten 2015 findet ihr unter
stopg7berlin.wordpress.com
stop-g7-elmau.info
und stop-g7-luebeck.info

Am 07.02.2015 nach Weimar – Naziaufmarsch blockieren!

Antifalogo
Am 07.02.2015 rufen Nazis in Weimar zu einem „Trauermarsch“ auf.
Diesen gilt es zu verhindern!

Wir geben hier den Aufruf der Antifa Koordination Weimar wieder:

Den Naziaufmarsch versenken!

Dem Fischer eine Paddeln!

Am 7. Februar 2015 wollen Nazis zum mittlerweile vierten Mal durch Weimar marschieren. Dies gilt es zu verhindern.
Anlass des „Trauermarsches“ ist wie jedes Jahr der alliierte Bombenangriff durch die U.S. Airforce unter dem diesjährigen Motto „Am 7. Februar 2015 auf nach Weimar – Den Toten eine Stimme geben!“. Die gewünschte Route vom Bahnhof über die Carl-August-Allee zum Goetheplatz und über die Ernst-Thälmann-Straße zurück zum Bahnhof ist noch nicht genehmigt worden, das ganze Spektakel ist von 10.00 – 17.00 Uhr angemeldet. (Neue Route im Update #2)

Wie in einigen Jahren zuvor ist der in der Szene umstrittene Michel Fischer aus Tannroda der Anmelder des Aufmarsches. Fischer ist schon lange eine bekannte Person der Neonaziszene (Verweis AAGW) und trat auch im Jahr 2014 häufig in Erscheinung. Neben dem durchgeführten „Trauermarsch“ im Februar, nahm er unter anderem an Demonstrationen in Magdeburg, Berlin Wittenberge und Mahrzahn, Plauen, Dresden, Merseburg, Weißenfels, den HoGeSa Demonstrationen in Köln und Hannover und dem „Lichtermeer gegen rot-rot-grün“ in Erfurt teil, beteiligte sich am JN-Europakongress in Kirchheim und dem Rechtsrock Openair „Rock für Deutschland“ in Gera und war als Security bei einer Veranstaltung des geschichtsrevisionistischen Vereins „Gedächtnisstätte e.V.“ engagiert. Zusammen mit Sebastian Rudow – dem Kameradschaftsführer der „Weißen Wölfe Terrorcrew Hamburg“ – und zwei weiteren Neonazis überfiel er Anfang Februar Passant_innen am Hamburger Hauptbahnhof. Ende 2013 waren Rudow und er bereits Redner auf einer Demonstration der Partei „die Rechte“ in Berlin. Am 11. Juli 2014 wurde er vom Jugendgericht Weimar zu 7 Monaten Freiheitsstrafe ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung verurteilt, weil er 2012 mit seinem Vater Paul Fischer einen Jugendlichen in Tannroda verprügelt hat, den sie verdächtigten Neonazipropaganda von Laternen entfernt zu haben.

Die TeilnehmerInnenzahlen des Naziaufmarsches sind von 2012 (ca. 30 Personen) auf 2013 (ca. 100 Personen) um mehr als das dreifache angestiegen, jedoch 2014 trotz des Aufrufes der NPD, den es die vorigen Jahre nicht gegeben hat, auf ca. 80 Personen zurückgegangen. Fischer hat für 2015 150 Personen beim Ordnungsamt angemeldet, circa doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Die Nazis mobilisieren bereits seit Mitte November auf Facebook, Twitter und ihrer eigens für den „Gedenkmarsch“ angelegten Website und haben die ersten Flyer gedruckt. Nicht klar ist, ob Weimar wegen des eventuell nicht stattfindenden Aufmarsches in Magdeburg zu einem größeren Event werden könnte. Der Trauermarsch in Weimar hat zwar nicht die Relevanz wie Dresden, Magdeburg oder der Tag der deutschen Zukunft, ist jedoch eines der wenigen regelmäßigen Neonazievents in der Bundesrepublik und sollte auch als Solches kenntlich gemacht werden. Festzuhalten ist, dass nicht nur lokale Nazistrukturen zum Naziaufmarsch nach Weimar anreisen, so waren 2014 unter anderem auch Nazis von „Heimattreu Leipzig“, „Weiße Wölfe Terrorcrew“ aus Hamburg und eine Gruppe Nazis mit „Reichshauptstadt Berlin“ Transparent anwesend, was vermutlich auf Fischers persönliche Kontakte zurückzuführen ist.

Die oberste Prämisse bildet am 07. Februar zwar das Verhindern des Aufmarsches mit allen Mitteln, jedoch müssen antifaschistische Strategien über ein Verhindern des Naziaufmarsches an diesem Tag hinausgehen. Um den „Gedenkmarsch“ dauerhaft zu unterbinden bedarf es kontinuierlicher antifaschistischer Arbeit, die über Nazis und deren Aktivitäten in Weimar und Umgebung aufklärt und ihnen die Handlungsgrundlage entzieht.
Am Tag selbst können die vom Bündnis gegen Rechts vorraussichtlich angemeldeten Kundgebungen am Bahnhofsvorplatz und am Goetheplatz vorerst Bezugs- und Orientierungspunkte sein.

Weitere Infos folgen, stay tuned.

Nazis und Geschichtsrevisionist_innen keinen Meter!
07.02.15 – Naziaufmarsch verhindern!

Antifa Koordination Weimar im Dezember 2014″

    Auch ein Mobi-Video haben die Genoss_innen produziert: